INCEPTION




USA/ Großbritannien 2010
Genre: Cyber-Thriller
Regie: Christopher Nolan
Besetzung: Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Ellen Page, Tom Hardy u. a.
Spieldauer: ca. 148 Min.
Start: läuft bereits (29.07.2010)

Inhalt: Leonardo DiCaprio spielt Dom Cobb, ein Industriespion des etwas anderen Kalibers. Dieser betreibt nämlich Gedankenklau im Unterbewusstsein seiner Opfer – deren Verstand ist während den Traumzuständen ihres Schlafs am anfälligsten. Im Film heißt so ein Diebstahl „Extraction“ und scheint in dieser Realität das normalste der Welt zu sein. Nun bekommt Cobb jedoch den Auftrag, einem Menschen eine Idee einzupflanzen, was dem Film seinen Titel gibt: „Inception“. Nur dass derartiges noch niemand zuvor geschafft hat. Aber Cobb nimmt den riskanten Auftrag an, weil er darin seine einzige Chance sieht, einem persönlichen Trauma ein Ende zu setzen …

Kritik: Regisseur Christopher Nolan dreht nicht wie andere seines Metiers einfach nur einen Film nach dem anderen. Nein, scheinbar dreht der erst 40-jährige ein Meisterwerk nach dem anderen und hatte bereits vor zehn Jahren mit dem Independent-Hit Memento seinen Durchbruch. Es folgten der solide Insomnia, der gelungene Comic-Relaunch Batman Begins, das famose Zauberer-Duell Prestige und zuletzt The Dark Knight – die ungemein erfolgreiche Batman-Fortsetzung. Nolan ist jedoch kein typischer Hollywood-Vertreter geworden, vielmehr kombiniert er Erzählstrukturen des unabhängigen Autorenkinos mit (mehr oder weniger) massentauglichem Eskapismus. Diese Freiheit resultiert jedoch mehr aus finanziellen Rekorden, denn aus künstlerischer Anerkennung – die Studios interessiert das kaum.
Wie dem auch sei: Wie zuvor in Memento und ansatzweise in Prestige lässt er in Inception die Synapsen durchbrennen. Zwar werden auch melodramatische Themen behandelt, doch gilt die ganze Konzentration den komplexen Traumebenen, in denen Inception spielt. Der Plot wäre ohne die Gegenstandsbereiche des Unterbewusstseins und der Traumwelt wohl wenig spannend, die Action wirkt bisweilen beiläufig (trotz der Ski-Verfolgungsjagd in James Bond-Manier) und auf emotionaler Ebene lässt Inception sogar etwas kalt. Dennoch: Nolans originell strukturierter Streifen begeistert filmisch und nimmt dabei den Intellekt seines Publikums ernst. Zudem weiß das exquisite Schauspielensemble durchweg zu überzeugen. Die größte Stärke bleibt jedoch der faszinierende Einbruch in den menschlichen Geist und die detaillierte Vorbereitung auf diesen wahnwitzigen Coup.

Fazit: Faszinierender Science-Fiction-Thriller, dessen visuelle Wucht in seinen Bann zieht – ein Film(alb)traum, der in unseren Köpfen lange nachwirkt …